Alte Autos, gute Menschen und Standing Ovations während der 9. Spalatin Historic Benefitz Rallye

Manchmal passieren Dinge, die man so nicht erwartet hat. Dass uns zum Beispiel eine steinerne Brücke in einer fränkischen Kleinstadt zu Tränen rühren würde — okay, fast. Aber der Reihe nach.

Am 31. Mai 2026 war die Stiftung meistro zum zweiten Mal dabei: Bei der 9. Spalatin Historic, der Benefiz-Oldtimer-Rallye im Fränkischen Seenland, die Stefan von Heyden und Harald Spachtholz mit ihrem Team seit 2016 mit einer bemerkenswerten Konsequenz auf die Beine stellen.

Eine Rallye, die von Anfang an einen Zweck hatte

Was diese Veranstaltung von anderen unterscheidet, lässt sich in einem Satz sagen: Sie wurde nie für sich selbst gemacht.

Rund 65 Fahrzeuge absolvierten die rund 160 Kilometer lange Strecke. Start und Ziel war das HopfenBierGut in Spalt. Aber hinter dieser nüchternen Zahl steckt eine Idee, die seit der ersten Auflage 2016 unverändert trägt: Der Veranstalter überweist den Erlös, abzüglich der Kosten, jedes Jahr an eine gemeinnützige Stiftung. In den letzten Jahren war das die Stiftung RETLA von Michaela May, die sich um alte Menschen kümmert, die sonst in Isolation und Einsamkeit verzweifeln würden.

Für uns als Stiftung meistro bedeutet das: Wir konnten einer anderen Stiftung Gutes tun, indem wir einfach mitgemacht haben. Das ist eine Konstruktion, die ausgesprochen elegant ist. Und ja, auch in diesem Jahr hat die Stiftung meistro wieder einen vierstelligen Betrag gespendet, um Organisation und Wirkung der Veranstaltung zu unterstützen.

Diesmal in doppelter Mission

Die Stiftung meistro war in diesem Jahr mit einem klaren Auftrag unterwegs: Gespräche führen über elektrifizierte Oldtimer und Umweltschutz. Was passiert, wenn klassische Fahrzeuge und moderne Antriebe zusammenkommen? Was bedeutet das für Enthusiasten, für den Erhalt von Fahrzeugkultur, für die Zukunft des Handwerks? Rallye-Pausen sind, wie sich zeigte, hervorragende Orte für genau diese Diskussionen.

Vor uns und hinter uns: Autos, die man auch in 20 Jahren noch gerne sieht.

Der entspannteste Wettbewerb, den man sich vorstellen kann

Ich will ehrlich sein: Das Wort „Rallye“ weckt bestimmte Erwartungen. Gestresste Fahrer. Stoppuhren. Ellenbogen.

Nichts davon trifft hier zu.

Die Spalatin Historic ist auf Kommunikation ausgelegt und das spürt man. Die Pausen waren vergleichsweise lang und bewusst geplant. So entstanden Gespräche, die man auf einer durchgetakteten Veranstaltung niemals geführt hätte. Man lernt Leute kennen. Man redet. Man lacht. Man redet weiter.

Davon nahmen sich auch die zahlreich erschienenen Prominenten aus Film und Fernsehen nicht heraus, die die Veranstaltung mit ihrer Präsenz unterstützen. Sie waren nahbar und einfach auch begeisterte Teilnehmer dieser schönen Ausfahrt.

Der eigentliche Wettbewerb? Läuft nebenbei. Und zwar mit Humor.

Sonderprüfungen für den inneren Clown

Übung macht den Meister. Die Dame daneben schlug uns aber deutlich.

Eine der Sonderprüfungen: In 30 Sekunden so viele Wäschestücke wie möglich ordentlich aufhängen. Was ordentlich bedeutet, stand natürlich zur Diskussion. Das ist Teil des Spiels.

In 30 Sekunden unfallfrei den Slalomkurs. Kaum zu schaffen.

Eine weitere: Mit einem heillos überladenen Schubkarren einen Slalomkurs meistern. Was einfach klingt, ist es nicht. Hier kann sich keiner zu ernst nehmen.

Franken als Kulisse zeigte sich von seiner schönsten Seite

Die Strecke, rund 150 Kilometer durch das Fränkische Seenland, war hervorragend gewählt. Keinen Kilometer Langeweile, dafür jede Menge historische Substanz: Dinkelsbühl, Ornbau, Wolframs-Eschenbach. Orte, bei denen man das Gefühl hat, sie wurden extra für diesen Anlass aus dem Mittelalter konserviert.

Einer der Höhepunkte: Ornbau.

Als die Kolonne mit ihren Oldtimern über die steinerne Brücke die Altmühl überquerte und durch das Stadttor fuhr, wurden alle von den Menschen am Straßenrand mit Standing Ovations empfangen. Das ist ein Moment, den man nicht beschreiben kann, ohne zu klingen wie jemand, der zu viele Heimatfilme gesehen hat. Aber es war echt. Es war unvermittelt. Und es war bemerkenswert schön.

Dass Menschen entlang der gesamten Strecke winkten, jubelten und Fotos machten, zog sich durch die ganze Tour. Oldtimer können etwas, das neue Autos nicht mehr können: Sie öffnen Menschen.

Das Wetter als letztes Argument

Alle Vorhersagen prophezeiten Regen. Es gab einen kurzen Platzregen. Dann strahlenden Sonnenschein für den Rest des Tages.

Man könnte sagen: Manchmal hat man einfach Glück. Man könnte aber auch sagen: Manche Veranstaltungen verdienen gutes Wetter.

Die 9. Spalatin Historic war wieder ein Ereignis. Es war eine gut gemachte Mischung aus Benefiz, Begegnung, Landschaft und echtem Spaß. Nichts daran wirkte verbissen oder aufgesetzt.

Wir kommen wieder. Die Stiftung meistro sowieso.

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