Der Porsche 914E ist schon wieder kaputt. Unfall auf der Autobahn. Der Schaden ist noch unklar.
Aber der Reihe nach:
Die Saison mit unserem elektrifizierten Oldtimer hat stark begonnen. Mit der Sternstundenrallye im Fränkischen, bei der wir durch wunderschöne historische Städtchen fuhren und immer wieder von begeistert winkenden Passanten begrüßt wurden. Und mit der Scuderia, einer der ältesten Oldtimerrallyes Deutschlands, die dem um nichts nachstand. Die Strecke war landschaftlich reizvoll, streckentechnisch anspruchsvoll und wurde mit herrlichen Ausblicken über das Dreiländereck am Bodensee belohnt.
Der nächste Coup sollte in Stralsund stattfinden. Diesmal wäre nicht der Porsche die Attraktion gewesen, sondern eine komplett in Deutschland gebaute Solar-Luxusyacht. Das Auto hätte das Bild abgerundet, die Yacht war der Star.
Doch dazu kam es nicht. Denn wir wollten die knapp 900 km nicht auf eigener Achse fahren, sondern das Auto materialschonend per Anhänger anliefern lassen.
Ich fuhr mit Kollegen der Stiftung meistro am 2. Juli 2026 im ICE hinterher, und wir saßen entspannt im Zug und freuten uns auf ein besonderes Event.
Nach etwa zwei Stunden Fahrt bekam ich plötzlich eine Sprachnachricht per WhatsApp. Der Fahrer des Transportunternehmens klang völlig aufgelöst: „Stephan, es ist etwas ganz, ganz Schlimmes passiert …“
Einem Golf war es tatsächlich gelungen, in dem eigentlich unübersehbaren Gespann aus über 9 Metern Wohnmobil und rund 6 Metern Anhänger mit hoher Geschwindigkeit hinten aufzufahren. Der Golf schob sich offenbar bis zur Windschutzscheibe unter den Anhänger, riss ihn beim Aufprall los und drückte ihn ins Wohnmobil. Dabei bekam der Porsche vorne und hinten einen ordentlichen Schlag ab, steht aber immerhin noch auf dem Trailer.
Ich bin kein Wahrscheinlichkeitsmathematiker. Aber ich hätte behauptet, dass ein solcher Unfall so unwahrscheinlich ist, dass man ihn getrost vernachlässigen kann.
Kann man nicht.



Der Unfall sorgte nicht nur für Fassungslosigkeit in unseren Gesichtern, sondern auch für eine Autobahnsperrung.

Das übrigens bekamen wir auf dem Event mehrmals vorwurfsvoll zu hören und wurden mit weiteren Fotos von der Unfallstelle beglückt.

Der Porsche wurde daraufhin mit dem Anhänger zur nächstgelegenen ADAC-Werkstatt geschleppt und sollte innerhalb der nächsten 14 Tage nach Bielefeld überführt werden. Zu genau der Werkstatt, die den Oldie erst im Frühjahr frisch repariert und neu lackiert an uns übergeben hatte.
Doch auch das klappte nicht. Niemand fühlte sich zuständig und das Auto stand über zwei Wochen auf der Stelle. Auf Nachfrage erfuhren wir vom ADAC, dass eine Überführung erst dann infrage kommt, wenn ein Gutachter den Wert des Autos so einschätzt, dass sich die Kosten dafür überhaupt lohnen. Also ob jeder KFZ Gutachter einen seltenen Oldtimer beurteilen kann, der mit einem E-Antrieb umgerüstet wurde. So viel zum Service des ADAC.
Wir organisierten die Überführung nach Bielefeld also auf eigene Kosten und warten nun gespannt auf eine kompetente Schadensbeurteilung, bevor wir mit Gutachtern und Versicherungen in den nächsten Ring steigen.
Unsere Hoffnung: Im nächsten Frühjahr sind wir wieder da und holen die eine oder andere Fahrt mit umso mehr Vorfreude nach.

